5. Deckungsbeitragsrechnung

Bei der Deckungsbeitragsrechnung werden die Kosten in fixe und variable Kosten aufgeteilt

Deckungsbeitrag = Preis - variable Kosten

db = p - kv (Deckungsbeitrag pro Stück = Preis - variable Kosten pro Stück)
DB = E - Kv (Deckungsbeitrag gesamt = Erlöse - gesamte variable Kosten)

1. Ermittlung der Preisuntergrenzen

Die kurzfristige (absolute) Preisuntergrenze liegt bei dem Preis, der die variablen Stückkosten abdeckt

p = kv

Der Deckungsbeitrag ist hier Null: db = p - kv = 0

Die langfristige Preisuntergrenze liegt bei dem Preis, der die enstandenen Selbstkosten pro Stück abdeckt.

Durch die Vorgabe von Preisuntergrenzen wird die Absatzpolitik (Verkaufspolitik) des Unternehmens flexibler/beweglicher.

Es besteht hierbei aber die Gefahr, eine zu nachgiebige Preispolitik zu betreiben und eine vollständige Kostendeckung zu vernachlässigen.

Aufgabe 1


Ein Industrieunternehmen stellt nur ein Produkt her. Für den Monat Februar werden folgende Daten ausgewiesen:
variable Stückkosten: 60 Euro

Fixkosten: 115.000 Euro

Produktionsmenge: 7000 Stück
a) Berechnen Sie die kurzfristige Preisuntergrenze.

b) Berechnen Sie die langfristige Preisuntergrenze.

Aufgabe 2

a) Definieren Sie die “kurzfristige Preisuntergrenze” und “langfristige Preisuntergrenze”.

b) Begründen Sie, ob ein Industriebetrieb langfristig überleben kann, wenn er die Preise für seine Erzeugnisse an der langfristigen Preisuntergrenze ausrichtet.

c) Die Kostenrechnung eines Industriebetriebs liefert uns für den Monat Januar folgende Daten:

Produkt AProdukt B
Produktions- und Absatzmenge700 Stück1300 Stück
Listenverkaufspreis pro Stück580 Euro410 Euro
Kundenrabatt10%12 %
Kundenskonto3 %2 %
Vertreterprovision (zum Zielverkaufspreis)5 %7 %
Variable Kosten pro Stück280 Euro302 Euro

Fixe Kosten: 98.500 Euro

c1) Bestimmen Sie den Deckungsbeitrag (DB) für die Produkte A und B.

Füllen Sie dazu folgende Tabelle aus:

Produkt AProdukt B
Listenverkaufserlöse (p * x)
- Kundenrabatt
= Zielverkaufspreis
- Vertreterprovision
- Kundenskonto
= Nettoverkaufserlös
- variable Kosten
= Deckungsbeitrag

c2) Geben Sie die absolute Preisuntergrenze für die Produkte A und B an.

Aufgabe 3

In einem Einproduktunternehmen können zurzeit monatlich 20.000 Stück des Produkts A hergestellt werden.

Die Gesamtkosten im Monat Juni betragen 289.200 Euro, die variablen Stückkosten sind mit 9,20 Euro angegeben. Alle 20.000 Stück wurden am Markt zu einem Nettoverkaufserlös von 20,20 Euro abgesetzt.

a) Berechnen Sie den Deckungsbeitrag je Stück.

b) Bei welchem Betrag liegt die absolute Preisuntergrenze?

c) Bei welchem Betrag liegt die langfristige Preisuntergrenze?


2. Annahme und Ablehnung des Zusatzauftrags

Unter Zusatzaufträgen verstehen wir solche Aufträge, die unterhalb der derzeitigen Verkaufspreise angenommen werden.

Ein Zusatzauftrag führt dann zu einer Verbesserung des Betriebsgewinns, wenn die Nettoverkaufserlöse höher liegen als die variablen Kosten des Auftrags. Die fixen Kosten können außer Betracht bleiben, da sie ja unabhängig davon anfallen, ob der Zusatzauftrag angenommen wird oder nicht. Der erzielbare Deckungsbeitrag ist somit das Kriterium für die Annahme oder Ablehnung des Zusatzauftrages.

Sofern mit einem Zusatzauftrag ein positiver Deckungsbeitrag erzielt werden kann, lohnt sich die Hereinnahme des Zusatzauftrages auch im Fall eines Betriebsverlusts. Ein positiver Deckungsbeitrag trägt dann dazu bei, den Betriebsverlust zu verringern.

Für die Annahme oder Ablehnung eines Zusatzauftrages gilt:

Deckungsbeitrag > 0 Annahme des Zusatzauftrages Deckungsbeitrag < 0 Ablehnung des Zusatzauftrages

Zusatzaufträge tragen zur besseren Produktionsauslastung und zur Arbeitsplatzerhaltung bei.

Aufgabe 1

Im laufenden Monat ist folgende Produktions- und Absatzsituation gegeben:

Produkt AProdukt B
Nettoverkaufserlös198 Euro270 Euro
variable Stückkosten112 Euro120 Euro
Absatzmenge700 Stück950 Stück
Kapazität900 Stück1200 Stück

Fixe Kosten: 150.000 Euro

Das Unternehmen hat die Möglichkeit, von Produkt B 210 Stück zum Preis von 180 Euro als Sondermodell zu verkaufen.

Prüfen Sie, ob sich die Hereinnahme des Zusatzauftrages lohnt.

Aufgabe 2

Ein Industriebetrieb verfügt über freie Kapaziät. Er fertigt die Produkte A, B und C. Ein Großhändler erteilt einen Zusatzauftrag über 2000 Stück des Produktes B als Sondermodell, wenn dieses zu einem Listenverkaufspreis von 46,20 Euro geliefert werden kann.

Folgende Daten liegen vor:

Produkt AProdukt BProdukt CZusatzauftrag
Nettoverkaufserlös33,6058,8095,20
variable Stückkosten25,2039,2060,2042,00
Absatzmenge in Stück1400300021002000
Kapazität in Stück150060002700

Die fixen Kosten betragen insgesamt 82000 Euro.

a) Entscheiden Sie, ob es unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten empfehlenswert ist, den Zusatzauftrag anzunehmen.

b) Berechnen Sie den neuen Betriebsgewinn bei Annahme des Zusatzauftrages.

c) Bestimmen Sie die absolute Preisuntergrenze für die Hereinnahme des Zusatzauftrages.

Aufgabe 3

Beschreiben Sie die Rolle des Stückdeckungsbeitrags bei der Entscheidung über die Annahme oder Ablehnung eines Auftrages.


3. Produkteleminierung

Produkte die einen negativen Deckungsbeitrag ausweisen, sollten nicht mehr produziert und verkauft werden.

Negativer Deckungsbeitrag Nettoverkaufserlös (Preis) < variable Stückkosten

Aufgabe 1

Ein Industrieunternehmen produziert drei verschiedene Produkte.

Produkt AProdukt BProdukt C
Nettoverkaufserlös142033907710
variable Stückkosten160029105850
Absatzmenge in Stück203015
Kapazität255030

Fixe Kosten: 45100 Euro

a) Berechnen Sie den Betriebsgewinn bzw. Betriebsverlust.

b) Erläutern Sie, welches Produkt aus dem Produktionsprogramm genommen werden sollte.

c) Das Unternehmen entscheidet sich weiterhin alle drei Produkte zu produzieren um das Produktionsprogramm zu vervollständigen. Es erhält einen Zusatzauftrag über 12 Stück von Produkt C zum Festpreis von je 6200 Euro. Das Industrieunternehmen nimmt den Zusatzauftrag an.

c1) Berechnen Sie den Betriebsgewinn bzw. Betriebsverlust.


4. Optimales Produktionsprogramm

Quelle: bwl-lexikon

Für die Ermittlung des optimalen Produktionsprogramms muss das Unternehmen die relativen Deckungsbeiträge der Produkte kennen.

Der relative Deckungsbeitrag ergibt sich, wenn der Stückdeckungsbeitrag in Beziehung zu einem Engpassfaktor gesetzt wird. Dieser Engpass ergibt sich z. B. durch die begrenzte Verfügbarkeit einer Produktionsmaschine.

Welcher Faktoren sind entscheidend für die Aufnahme in das optimale Produktionsprogramm?

Der Anteil der gesamten Kosten, die in einem Produktionsprozess aufgewendet werden müssen. Die relativen Deckungsbeiträge der Produkte. Die Zeit, die eine Maschine dem Unternehmen nicht zur Verfügung steht.

Aufgabe 1

Produkt AProdukt B
Verkaufspreis100 Euro85 Euro
variable Kosten60 Euro25 Euro
Laufzeit Maschine2 Stunden4 Stunden
maximale Produktions- und Absatzmenge pro Tag3 Stück2 Stück

a) Berechnen Sie die absoluten und relativen Deckungsbeiträge.

b) Erklären Sie, wie sich das optimale Produktionsprogramm zusammensetzt.

Aufgabe 2

Produkt I hat einen Verkaufspreis von 70 € und variable Kosten von 40 €. Für seine Herstellung benötigt eine begrenzt verfügbare Maschine 1 Stunde. Pro Tag könnten 6 Stück von Produkt I verkauft werden.

Produkt II hat einen Verkaufspreis von 60 € und variable Kosten von 40 €. Für seine Herstellung benötigt die Maschine nur 1/2 Stunde. Pro Tag könnten 10 Stück verkauft werden.

Die maximale Maschinenlaufzeit pro Tag ist 8 Stunden.

Aufgabe: Berechnen Sie das optimale Produktionsprogramm.